Biologische Vielfalt

Natur- und Artenschutz – Aktionsplan „Biologische Vielfalt“

Regierungspräsident Johannes Schmalzl und Landrat Reinhard Frank begrüßen Engagement der Firma Zeller aus Umpfenbach bei Freudenberg im Main-Tauber-Kreis für die Gelbbauchunke

Schmalzl und Frank: Verbesserung der Laichbedingungen im Steinbruch Ebenheid

Regierungspräsident Johannes Schmalzl und Landrat Reinhard Frank begrüßen das am heutigen Dienstag, den 19. April 2011, durchgeführte Naturschutzvorhaben. In Abstimmung mit dem Regierungspräsidium Stuttgart und dem Landratsamt Main-Tauber-Kreis als zuständigen Naturschutzbehörden hat das in Umpfenbach ansässige Unternehmen Franz Zeller GmbH & Co. KG – Natursteinwerke gemeinsam mit der ehrenamtlich tätigen NABU Gruppe Main-Wildbach eine Artenschutzmaßnahme für die in Baden-Württemberg gefährdete und europaweit geschützte Gelbbauchunke durchgeführt. Mit größeren, auch maschinellem Aufwand wurden am die Laichbedingungen für die schwarz-gelbe Unke verbessert, die im Steinbruch Ebenheid vorkommt. In Anwesenheit von Dieter Braun von der Geschäftsführung der Zeller Natursteinwerke, Thomas Straile, Referatsleiter Naturschutz im Regierungspräsidium Stuttgart, Heike Kademann, Leiterin des Umweltschutzamts im Landratsamt Main-Tauber-Kreis, Freudenbergs Bürgermeister Heinz Hofmann und Rudolf Link von der NABU Gruppe Main-Wildbach wurden Steinquader aus dem Steinbruch geborgen und abtransportiert. Dadurch wird das schon vorhandene Laichgewässer vergrößert – rechtzeitig zur Laichzeit. Im Anschluss daran wurde mittels einer Pumpe der neu entstandene Laichbereich mit Wasser gefüllt. Straile wies erfreut darauf hin: „Die Firma Zeller Natursteinwerke zeigt mit ihrem Engagement Verbundenheit für das schützenswerte Gelbbauchunken-Vorkommen in ihrer Heimatregion und Verantwortung für den von ihr genutzten Steinbruch“.

Der ursprüngliche Lebensraum der Gelbbauchunke (Nomen est omen) sind die Auen natürlicher Fließgewässer. Hier stehen ihr regelmäßig überschwemmte Bereiche mit Klein- und Kleinstgewässern zur Laichablage und Entwicklung der Kaulquappen zur Verfügung. Diese oft nur für relativ kurze Zeit vorhandenen Kleinstgewässer haben für die Unke den Vorteil, dass sie i.d.R. gut besonnt sind, so dass das Wasser sich auf die notwendigen Temperaturen erwärmen kann. Auch Fressfeinde gibt es in diesen Tümpeln keine. Doch durch Begradigungen und andere menschliche Eingriffe in die Fließgewässersysteme ging diese natürlich Überschwemmungsdynamik vielerorts verloren. Die Gelbbauchunke ist deshalb auf sogenannte Sekundärbiotope angewiesen. Das können z.B. Lehmgruben, Steinbrüche oder sogar lediglich verdichtete Fahrspuren im Wald sein, in denen sich Wasser über einen längeren Zeitraum halten kann.

Das Engagement für die kleine Amphibienart mit den herzförmigen Pupillen kam im Rahmen des Aktionsplanes „Biologische Vielfalt“ der Landesregierung zustande. Der Aktionsplan verfolgt die Ziele, die biologische Vielfalt zu fördern und das Thema in die Öffentlichkeit zu tragen. Ein zentraler Baustein dieses Aktionsplans ist der so genannte „111-Artenkorb“. Er beinhaltet 111 Tier- und Pflanzenarten, für die das Land Baden-Württemberg eine besondere Verantwortung trägt. Eine dieser Tierarten ist die Gelbbauchunke. Alle gesellschaftlichen Gruppen und auch Einzelpersonen sind aufgerufen, sich für eine oder mehrere Arten zu engagieren. Bei Interesse sind das Referat 56 des Regierungspräsidiums Stuttgart sowie das Umweltschutzamt im Landratsamt Main-Tauber-Kreis die richtigen Ansprechpartner, zudem sind im Internet unter www.aktionsplan-biologische-vielfalt.de viele weitere Informationen und Projektbeispiele abrufbar.

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