Am Samstag, 9. Juni 2018: 4. Kindergipfel im Landtag – Kinder erarbeiten politische Themen in kreativen Workshops

Stuttgart. Politische Themen und Anliegen aufgearbeitet mittels plastischem Gestalten, Malen mit Sprühkreide oder verschiedener Tanz-Performances: Am Samstag, 9. Juni 2018, kamen rund 80 Kinder im Alter von zehn bis 14 Jahren aus den verschiedenen Gemeinden, Städten und Landkreisen aus dem ganzen Land zum 4. Kindergipfel in den Landtag von Baden-Württemberg. „Dort, wo sonst die Abgeordneten sitzen und Entscheidungen treffen, dürft ihr diskutieren, sagen, was noch fehlt und was die Politikerinnen und Politiker noch besser machen können“, sagte Landtagspräsidentin Muhterem Aras (Grüne) bei der Begrüßung der jungen Gäste.

Organisiert wird der Kindergipfel vom Landtag zusammen mit dem Landesjugendring Baden-Württemberg und der Landesarbeitsgemeinschaft Kinderinteressen. Zum ersten Mal war auch der Landesverband der Kunstschulen Baden-Württemberg e.V. dabei, der für die Durchführung der Workshops verantwortlich war. „Beim Kindergipfel schaut ihr euch gemeinsam an, was Politik ist und wie Demokratie funktioniert. Ihr sprecht und die Abgeordneten hören euch zu“, versprach Aras am Morgen. Politik sei auch ein kreativer Prozess. „Ihr werdet mit künstlerischen und kreativen Methoden arbeiten“, verriet sie. „Seid neugierig und stellt Fragen, seid mutig und sagt eure Meinung, seid offen und schließt alle mit ein“, gab die Präsidentin den Kindern mit auf den Weg.

Und in der Tat – die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Landesverbands der Kunstschulen in Baden-Württemberg hatten sich kreative Methoden ausgedacht, um die Interessen und Belange der Kinder ans Tageslicht zu fördern. In acht verschiedenen Workshops ging es zur Sache. So wurde das Thema „Beteiligungsrechte für Kinder“ mit Hilfe von lebensgroßen Fensterbildern aus Tonpapier aufgegriffen. Das Thema „Die kindgerechte Stadt“ wurde fotografisch mit gestalteten Wahlplakaten der Teilnehmerinnen und Teilnehmer aufbereitet. Auch die Außenfassade des Haus des Landtags wurde einbezogen: Mit Sprühkreide durften die Kinder hier ihre Gedanken zum „Gesellschaftlichen Zusammenhang“ erläutern.

Mit Choreographien aus Urban, Hip Hop und Jazz Dance wurde dem Thema „Geschlechtergerechtigkeit“ auf den Grund gegangen. Wimmelbilder auf Papierbahnen zeigten den „Schulalltag“. Eine Wandmalerei drückte die Meinungen der Kinder zur „Friedensbildung“ aus. Das Thema „Rassismus“ wurde in Form einer Theaterperformance aufgearbeitet und dem „Umweltschutz“ widmeten sich die Workshop-Teilnehmerinnen und -Teilnehmer, in dem sie eine Skulptur aus Verpackungen und Sperrmüll gestalteten. „Ich bin absolut begeistert, wie ihr toll ihr euch mit den schwierigen Themen auseinandergesetzt habt“, lobte Landtagspräsidentin Aras.

Nach der Mittagspause starteten die Kinder zu einer Hausrallye durch den Landtag. Hierbei hatten sie nicht nur Gelegenheit, das Gebäude kennenzulernen, sondern kamen auch erstmals in einen Austausch mit den Abgeordneten Brigitte Lösch, Jutta Niemann, Thomas Poreski, Dorothea Wehinger (Fraktion Grüne), Klaus Burger und Christine Neumann-Martin (CDU-Fraktion), Stefan Herre, Rüdiger Klos und Emil Sänze (AfD-Fraktion), Rainer Hinderer und Andreas Kenner (SPD-Fraktion) sowie Gabriele Reich-Gutjahr (FDP/DVP Fraktion). Die Abgeordneten halfen den Kindern bei der Beantwortung der Fragen, etwa wie viele Bewohner hat Baden-Württemberg oder wie viele Abgeordnete gibt es eigentlich im Landtag? Anschließend hatten die Kinder die Möglichkeit, ihre Anliegen und Ideen den Abgeordneten vorzustellen und mit ihnen zu diskutieren. Die Ergebnisse der Workshops wurden in einem Gallery Walk präsentiert.

Am Ende gab es viele zufriedene Gesichter: „Ihr seid mit vollem Einsatz dabei gewesen, ihr habt diskutiert und euch richtig engagiert“, freute sich Landtagspräsidentin Aras, die auch den Abgeordneten dafür dankte, dass sie die Anliegen der Kinder ernst nehmen. Einen weiteren Dank sprach die Landtagspräsidentin den Organisatoren aus. Ihr Schlusswort richtete sich natürlich an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Kindergipfels: „Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr weiter mutig seid und eure Meinung sagt und euch für ein gerechtes und vielfältiges Zusammenleben der Menschen einsetzt.“

Bendix Wulfgramm, stellv. Vorsitzender des Landesjugendrings zeigte sich mit der Organisation voll zufrieden: „Es hat alles geklappt, wie wir es uns vorgestellt haben. Besonders beeindruckt hat mich, wie kreativ die Kinder gearbeitet haben, das war von der Aufgabenstellung her eine Premiere.“ Ein Wunsch bleibt: „Die Ergebnisse sollen von den anwesenden Abgeordneten weitergetragen werden – das haben die Kids, die sich mit großer Energie eingesetzt haben, verdient.“

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