Aras: „Die Torarolle im Landtag unterstreicht Verbundenheit und Bereitschaft zum Dialog“

Stuttgart. Die neue Torarolle der Israelitischen Kultusgemeinde Lörrach wurde am Freitag, 9. November 2018, im Haus des Landtags vollendet. „Damit setzen wir ein gemeinsames Zeichen der wechselseitigen Verbundenheit und des Vertrauens“, betonte Landtagspräsidentin Muhterem Aras (Grüne). „Die Zusammenkunft jüdischer, christlicher und islamischer Würdenträger, die in Baden-Württemberg heimisch sind, unterstreicht die Bereitschaft zum Dialog“. Der weltliche Landtag sei deshalb gern Gastgeber dieses besonderen Ereignisses.

„Wir gedenken heute einer besonders finsteren Stunde unserer Geschichte“, so die Landtagspräsidentin. Vor 80 Jahren griffen Nazis jüdische Bürgerinnen und Bürger und ihre Gotteshäuser an. Sie verbrannten oder konfiszierten bewusst auch die Torarollen. Die Synagoge in Lörrach wurde während dieser Pogrome ebenfalls zerstört. Die neue Synagoge hat die Gemeinde erst vor zehn Jahren eingeweiht. 2018 feiert sie deshalb nicht nur ihr 10-jähriges Bestehen, sondern zudem das Jubiläum „350 Jahre jüdisches Leben“ in Lörrach. Der heutige Anlass der Fertigstellung einer neuen Tora-Rolle ist Teil des Jubiläumsreigens.

„Nutzen wir die Gelegenheit, im Gespräch zu entdecken, was Religionen und Weltanschauungen aus ihren eigenen Quellen schöpfen können, um Frieden und Freiheit zu sichern und allen Formen der Menschenverachtung entgegenzutreten“, so Aras‘ Appell. „Verstehen wir den heutigen Tag auch als Auftrag: Unsere Welt wird eine bessere sein, wenn es uns Verantwortlichen in den Parteien, Parlamenten, Kirchen und Religionsgemeinschaften gelingt, das Gemeinsame zu vertiefen, ohne das Unterschiedliche zu verleugnen. Schreiben wir heute symbolisch diese Geschichte fort, für eine gute, gemeinsame Zukunft.“

Weitere Grußworte sprachen Hanna Scheinker (Vorsitzende der Israelitischen Kultusgemeinde Lörrach) sowie Staatsministerin Theresa Schopper. Moderiert hat der Landesrabbiner der Israelitischen Religionsgemeinschaft Baden, Moshe Flomenmann, dem auch das Schlusswort vorbehalten war. „Vor 80 Jahren hat man in Parlamenten beschlossen, jüdisches Leben zu vernichten. Heute machen wir hier etwas sehr Schönes, wir haben die Torarolle vollendet. Das zeigt den Kontrast zwischen damals und heute“, unterstrich Flomenmann.

Bei der Vollendung der Torarolle mitgewirkt haben neben Landtagspräsidentin Aras der Fraktionsvorsitzende Andreas Schwarz (Grüne), Siegfried Lorek (CDU), Daniel Rottmann (AfD), Fraktionsvorsitzender Andreas Stoch (SPD) sowie Fraktionsvorsitzender Dr. Hans-Ulrich Rülke (FDP/DVP) und Staatsministerin Theresa Schopper sowie Vertreterinnen und Vertreter der Kirchen und Religionsgemeinschaften: Evangelische Landeskirche in Baden: Oberkirchenrätin Dr. Cornelia Weber, Erzdiözese Freiburg: Dr. Gerhard Neudecker, Leiter des Katholischen Büros, IRGW: Vorstandssprecherin Prof. Barbara Traub sowie IGBW: Vorstandsvorsitzender Muhittin Soylu.

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